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| KomponistIn: | ---- |
| InterpretIn: | Choralschola der Benediktinerabtei Münsterschwarzach
Leitung: P. Godehard Joppich OSB |
| Titel: | Gregorianische Gesänge: Advent, Weihnachten, Fastenzeit, Passion, Ostern, Pfingsten, Eucharistie, Maria. |
| Jahr: | Aufnahmejahr: 1979 / Erscheinungsjahr: 1997 |
| Verlag: | Christophorus, c/o MusiContact, Heuauerweg 21, D-69124 Heidelberg |
| Bestell-Nr.: | CHR 77198, 3-CD-Box |
| Spielzeit & Preis: | XX:XX / EUR 23,00 |
| Booklet: | Kurze und informative Einleitung auf deutsch, englisch und französisch. Texte auf lateinisch, deutsch, englisch und französisch. |
Godehard Joppich, der Grand Seigneur der Gregorianik, Lehrer mehrer
Generationen, und die Choralschola der Benediktinerabtei
Münsterschwarzach haben mit der 3-CD-Box »Gregorianische
Gesänge«, die bereits 1979 aufgenommen wurde, einen Klassiker
geschaffen, der bis heute richtungweisend ist. in mehr als 2 ½ Stunden
wird hier ein umfassender Überblick über die Gregorianischen
Gesänge des Kirchenjahres geboten, der nicht nur – wie es oft der
Fall ist – Stücke der Messe enthält, sondern auch beispielhafte
Gesänge aus dem Stundengebet. Beginnend mit »Veni et ostende«
(Komm und zeige...), dem Introitus (Einzugsgesang) der Messe der dritten
Adventswoche, bis zur abschließenden Friedensbitte der Antiphon »Da
pacem Domine« (Verleih’ uns Frieden, Herr) erschließt sich
so die ganze Fülle des Gregorianischen Chorals.
Die drei CDs sind im größeren ersten Teil nach den Hauptzeiten
des Kirchenjahres – Advent und Weihnachten, Passion, Ostern und Pfingsten
– gegliedert, woran sich zwei thematische Blöcke zu Maria und Eucharistie/Abendmahl
anschließen. Überwiegend werden schlichte Stücke oder solche
mittlerer musikalischer Virtuosität gesungen, denn es ist u.a. das
Anliegen dieser Einspielung, zum Mitsingen anzuregen. Deshalb wurden hauptsächlich
Stücke ausgewählt, die auch für Laien unter den Gregorianik-Liebhabern
ausführbar sind, damit sie nicht zum bloßen Hören verdammt
sind. Dementsprechend wurden, soweit darin abgedruckt, auch die Nummern
des katholischen Gesangbuches »Gotteslob« angegeben. Darüber
hinaus hat Godehard Joppich die Stücke in einem Heft zusammengestellt
(Gregorianische Gesänge: Eine Auswahl zum Kirchenjahr. Hrsg.
v. Godehard Joppich, 7. Aufl, Freiburg im Breisgau (Herder) 1993. 80 S.
mit Noten. ISBN: 3-451-23282-0, 12.80 DM / 93.00 öS / 12.80 sfr.).
Die Aufnahme enthält aber auch Gesänge von geradezu virtuoser
Qualität, wie der Tractus »Domine, non secundum« oder
das Responsorium Graduale »Christus factus est«, welche den
Solisten höchsten Einsatz abverlangen.
Ganz gleich ob schlicht oder virtuos, Joppich orientiert sich bei der
Interpretation stets an den sog. Neumen, den ältesten musikalischen
Schriftzeichen des 10. und anbrechenden 11. Jh., deren Bedeutung nach Jahrhunderten
der Vergessenheit erst seit Mitte des 20. Jh. von der Gregorianischen Semiologie
nach und nach erschlossen wurde. Godehard Joppich widmete ein ganzes Forscherleben
der Semiologie und ist wohl der derzeit profundeste Kenner dieser Materie,
weshalb die vorliegende Aufnahme als der erste umfassende Versuch gelten
kann, die Ergebnisse jahrzehntelanger Forschung in die Praxis umzusetzen.
Sie gibt uns einen Eindruck davon, wie der Gregorianische Choral ursprünglich
(wahrscheinlich) geklungen hat. Und dieser Höreindruck ist erstaunlich!
Die Gesänge sind von großer Emotion geprägt, von eilender,
in die Höhe strebender Freude, wo es zu jubeln gilt, etwa beim Alleluja
von Postern oder dem österlichen Introitus »Iubilate Deo«,
oder ruhig zurückhaltend, wo der Text besinnlicher ist – aber nie
entrückt oder verzückt. Man spürt, daß für die
Mönche, die diese Stücke vor über 1000 Jahren aufgezeichnet
haben, ebenso wie für diejenigen, welche sie für die CD gesungen
haben, der Choral eine ganzheitliche (ein leider abgegriffenes aber passendes
Wort) Angelegenheit war, nicht nur für Geist und Seele, sondern auch
für den Leib.
Diese CD-Box ist eine ausgezeichnete Einführung in die Welt des
Gregorianischen Chorals und ein Muß für jede/n der/die sich
mit dieser ältesten westlichen Musik beschäftigen will.
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